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Das Instrument

Höhenmesser: wie er funktioniert und wie man ihn abliest

Er misst den Luftdruck und nennt das Ergebnis eine Höhe. Alles Interessante an einem Höhenmesser — auch jeder Weg, auf dem er danebenliegt — folgt aus diesem einen Satz.

Kurz gesagt

Ein Höhenmesser sagt dir, wie hoch du bist. Fast alle tun das auf eine von zwei Arten, und der Unterschied ist wichtiger als das Wort:

Barometrisch

Misst den Luftdruck und rechnet ihn in eine Höhe um. Braucht weder Empfang noch Satelliten — muss aber wissen, welcher Druck als Null gilt, und genau das verschiebt das Wetter laufend.

Per Satellit (GPS/GNSS)

Bestimmt eine Position in drei Dimensionen und liest die Höhe davon ab. Muss nicht eingestellt werden — ist senkrecht aber deutlich ungenauer als waagrecht und braucht freie Sicht zum Himmel.

Das Gerät in deiner Tasche ist das erste. Jedes iPhone ab dem iPhone 6 hat ein Barometer eingebaut — deshalb funktioniert eine Höhenmesser-App auch in der Klamm ohne jeden Empfang, und deshalb zeigt sie morgen etwas anderes an, wenn das Wetter umschlägt und niemand sie neu setzt.

Wie ein barometrischer Höhenmesser arbeitet

Luft hat Gewicht. Unten trägst du die ganze Säule über dir; steigst du, wird die Säule kürzer und der Druck fällt. Nahe am Boden ist dieser Zusammenhang stabil genug, um damit zu rechnen:

In Meeresnähe fällt der Druck um rund 1 hPa je 8 Höhenmeter. Weiter oben wird die Luft dünner, dasselbe 1 hPa steht dann für mehr Höhe: auf 5.000 m sind es eher 15 m.

Der Höhenmesser misst also den Druck und rechnet rückwärts. Dafür muss er eine Atmosphäre annehmen — die Standardatmosphäre mit 1013,25 hPa und 15 °C auf Meereshöhe und 6,5 °C Abkühlung je Kilometer. So ist echte Luft nie. Jede barometrische Höhe ist deshalb eine Messung durch eine Annahme hindurch, und in der Annahme sitzen die Fehler.

Warum er driftet — und was dagegen hilft

Der Druck an einem festen Ort ändert sich mit dem Wetter, und zwar kräftig. Ein kräftiges Tief kann ihn 20 hPa unter ein ruhiges Hoch drücken — und dein Höhenmesser, der Wetter nicht von Steigung unterscheiden kann, meldet das brav als 160 Höhenmeter, die du nie gegangen bist. Eine Nacht im Tal, während eine Front durchzieht, reicht für Abweichungen von einigen Dutzend Metern.

Das Gegenmittel heißt Kalibrieren: Du nennst dem Gerät eine Höhe, die du sicher weißt, und es rechnet sich den passenden Druck aus. Dafür eignen sich Wandertafeln, Gipfelkreuze mit Höhenangabe, Bahnhöfe oder der aktuelle Luftdruck aus dem Wetterbericht. Die Fliegerei macht dasselbe unter anderem Namen: Vor dem Start wird der aktuelle Meeresspiegeldruck (QNH) eingestellt, weiter oben einheitlich 1013,25.

Eine gute App am Handy kann das abkürzen: Sie nimmt eine GPS- oder Geländehöhe als Ausgangspunkt und überlässt dem Barometer die Feinarbeit. Das ist die Kombination, die man haben will — Satelliten sind stabil, aber grob; der Druck ist fein, aber wandert. Jeder deckt die Schwäche des anderen ab.

Die Skala ablesen

Das klassische Instrument sieht aus wie eine Uhr mit drei Zeigern und wird auch so gelesen: Jeder Zeiger steht für eine andere Stelle. Das ist die Fliegerskala; ein Bergsteiger-Höhenmesser hat meist nur einen Zeiger, und ein Handy schreibt die Zahl einfach hin.

Eine Höhenmesser-Skala mit drei Zeigern: der lange dünne zeigt auf 8, der kurze dicke steht knapp nach 1, ein kleiner stumpfer knapp nach 0. Ein Fenster rechts zeigt 1013.
Drei Zeiger, drei Stellen — und der Druck, auf den sich die ganze Anzeige bezieht. Zehntausender knapp nach 0, Tausender knapp nach 1, Hunderter auf 8: diese Skala zeigt 1.800.

Gelesen wird von groß nach klein: Zehntausender, Tausender, Hunderter. Der klassische Fehler ist, die beiden längeren Zeiger zu verwechseln und sich um den Faktor zehn zu irren — genau deshalb hat das Glascockpit die Drei-Zeiger-Skala durch eine schlichte Zahl ersetzt.

Faustregel fürs Fenster: 1 hPa falsch eingestellt sind rund 8 Meter falsche Höhe. Das skaliert wie erwartet — 1010 hPi danebennbsp;hPa daneben sind 80 Meter.

Höhenmesser oder Barometer?

Körperlich oft dasselbe: Hinter beiden sitzt derselbe Drucksensor. Verschieden ist die Frage, die man ihm stellt. Ein Barometer meldet den Druck und setzt voraus, dass du stehen bleibst — dann bedeuten Änderungen Wetter. Ein Höhenmesser setzt voraus, dass das Wetter stillhält — dann bedeuten Änderungen, dass du dich bewegt hast.

Beide Annahmen stimmen halb. Genau deshalb kann dasselbe Gerät hervorragend sagen, dass du heute Vormittag 340 Höhenmeter gestiegen bist, und gleichzeitig nutzlos sein bei der Frage, auf welcher absoluten Höhe du gerade stehst, solange es niemand gesetzt hat.

Höhenmesser-App: worauf es ankommt

Gleiche Physik, kleinerer Sensor. Ein moderner MEMS-Drucksensor löst Änderungen weit unter einem Meter auf — deshalb merkt dein Telefon, dass du ein Stockwerk hochgegangen bist. Diese Empfindlichkeit ist echt, aber sie gilt für Veränderung, nicht für die Frage, wo der Meeresspiegel liegt. Eine App, die dir 1.247 m auf den Meter genau hinschreibt, ohne dazuzusagen, wie sicher das ist, verwechselt beides.

Zur Uhr mit Höhenmesser: Physikalisch dasselbe, und am Handgelenk oft bequemer. Nur ersetzt sie das Kalibrieren nicht — auch eine Uhr braucht einen bekannten Bezugspunkt, sonst driftet sie mit dem Wetter genauso.

Die Höhe für den Punkt, an dem du gerade stehst — ohne Installation?

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Was man wem glauben sollte

Für die absolute Höhe hier und jetzt: ein Geländemodell oder ein frisch kalibrierter barometrischer Höhenmesser. Für die gestiegenen Höhenmeter: klar das Barometer — kein Satellitenfix löst einen Anstieg von 40 Metern zuverlässig auf. Für etwas auf den Zentimeter: nichts aus dieser Liste, und Misstrauen gegenüber allem, was es behauptet.

Genau darum ist VERT so gebaut. Die App liest das Barometer, trägt das ±, das das System tatsächlich meldet, statt es zu verstecken, und schreibt den Tag laufend mit — nicht erst, wenn du ans Stoppen denkst.

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