Kurz: wo du die Höhe tatsächlich siehst
- Google Maps am Rechner: unten links auf „Ebenen“ und Gelände einschalten. Dann liegen Höhenlinien über der Karte, und in den Bergen stehen die Höhen an Gipfeln und Pässen. Im Terrain-Modus zeigt Maps für eine geplante Rad- oder Wanderroute auch ein Höhenprofil mit den summierten Höhenmetern.
- Google Maps am Handy: dasselbe unter dem Ebenen-Symbol rechts oben, Punkt Gelände. Eine Anzeige „meine aktuelle Höhe“ hat die App nicht — Maps beantwortet die Frage nach dem Ort, nicht nach dir.
- iPhone ohne Zusatz-App: die Kompass-App zeigt die Höhe unter der Gradanzeige.
- Im Browser, für den Punkt, an dem du stehst: unser Höhen-Werkzeug — Geländehöhe, GPS-Höhe des Telefons und der Abstand dazwischen nebeneinander.
Was Höhenmeter überhaupt sind
Zwei Dinge tragen im Deutschen denselben Namen, und das stiftet die halbe Verwirrung:
Höhe über dem Meer
Ein Ort und eine Zahl: Salzburg liegt auf 424 m. Das gilt, ob jemand dort steht oder nicht.
Höhenmeter einer Tour
Die Summe alles Aufwärts. 800 Höhenmeter heißt nicht 800 m Gipfelhöhe — es heißt, dass du unterwegs insgesamt 800 m gestiegen bist.
Die zweite Zahl ist der Grund, warum zwei Apps über dieselbe Runde streiten: Jede entscheidet selbst, ab welchem Anstieg sie mitzählt. Ohne Schwelle zählt jedes Rauschen im Sensor als Höhenmeter mit, und eine flache Feierabendrunde bekommt plötzlich 300 Meter Anstieg. Wie gezählt wird, und welche Faustregeln taugen →
Vier verschiedene Höhen, die deine Geräte meinen können
1. Über dem Ellipsoid
Satelliten wissen nicht, wo das Meer ist. Sie rechnen gegen eine glatte mathematische Form — das WGS 84-Ellipsoid —, die die Erde annähert, ohne irgendwo genau zu passen. Die rohe GNSS-Höhe zählt ab dieser Form.
2. Über dem Meeresspiegel
Was Menschen meinen, wenn sie „Höhe“ sagen. Bezug ist das Geoid: die Fläche, auf die sich die Meere allein unter der Schwerkraft einpendeln würden, unter den Kontinenten fortgesetzt. Die Schwerkraft ist nicht überall gleich, das Geoid also unregelmäßig — und der Abstand zum glatten Ellipsoid ist die Korrektur, die niemand erwähnt.
Bei Wals-Siezenheim, wo diese App entstanden ist, beträgt dieser Abstand 45,65 Meter. Weltweit reicht er von etwa −105 m bis +85 m.
Ein Gerät, das die Ellipsoidhöhe meldet, zeigt hier also rund 46 m mehr an als eines, das die Höhe über dem Meer meldet — und beide arbeiten korrekt.
3. Aus einem Geländemodell
Kartendienste messen nichts. Sie nehmen deine Koordinaten und lesen eine Höhe aus einem digitalen Geländemodell aus Satellitenradar. Diese Modelle sind Raster — 30 Meter je Zelle bei SRTM, 90 bei Copernicus GLO-90 —, und jede Zelle trägt eine einzige Zahl für das ganze Quadrat. Auf einer Hochebene ist das kein Problem. Auf einem Grat oder in einer engen Rinne ist eine Zahl für 90 Meter Kantenlänge ein beachtlicher Kompromiss, und Modelle aus verschiedenen Missionen weichen selbst im leichten Gelände um ein paar Meter voneinander ab.
4. Aus dem Barometer
Der Drucksensor im Telefon leitet die Höhe aus dem Luftdruck ab. Bei Veränderung ist er den anderen drei weit überlegen — er merkt ein einzelnes Stockwerk — und bei der absoluten Lage der schlechteste, weil das Wetter seine Null verschiebt. Über Nacht unkalibriert, während eine Front durchzieht, sind einige Dutzend Meter drin. Wie das funktioniert und wie man es korrigiert →
Warum iPhone und Android um 46 Meter auseinanderliegen können
Das überrascht viele, und es ist kein Fehler — die beiden Plattformen dokumentieren verschiedene Bezugsflächen für dieselbe Eigenschaft:
- Apple beschreibt
CLLocation.altitudeals Höhe über dem Meeresspiegel und bietet den Ellipsoidwert getrennt an. - Android beschreibt
Location.getAltitude()als Meter über dem WGS 84-Ellipsoid; eine Variante über dem Meeresspiegel kam später dazu.
Zwei Telefone nebeneinander, beide korrekt, eines hier rund 46 m höher als das andere — und in Weltgegenden mit steilerem Geoid noch weiter auseinander. Gibt eine App oder eine Webseite den Plattformwert unkommentiert weiter, landet diese Differenz unerklärt vor dir.
Lohnt sich, bevor man einer App hier vertraut: zwei Telefone nebeneinander halten und vergleichen. Das dauert eine Minute und sagt mehr über eine Höhenmesser-App als ihre Screenshots.
Beide Zahlen nebeneinander, samt Abstand — direkt im Browser.
Meine Höhe anzeigenWelche Zahl wofür
- Wie hoch liegt dieser Ort? Ein Geländemodell. Es kennt den Boden und kümmert sich nicht ums Wetter.
- Wie hoch bin ich gerade, im Gebäude oder auf dem Lift? Die Höhe des Geräts selbst — das Geländemodell weiß nicht, dass du den Boden verlassen hast.
- Wie viele Höhenmeter waren das heute? Das Barometer, mit Abstand. Satellitenhöhe ist senkrecht zwei- bis dreimal ungenauer als waagrecht; summiert man sie über einen Tag, wächst aus dem Rauschen ein Phantomanstieg von mehreren hundert Metern.
- Etwas auf den Zentimeter? Nichts davon. Vermessung ist ein anderes Fach mit anderem Gerät.
Die ehrliche Fassung
Jede Höhe ist eine Messung plus die Entscheidung, wovon aus gemessen wird. Eine App, die dir eine Zahl ohne ± zeigt, hat diese Entscheidung für dich getroffen und es nicht dazugesagt.
VERT liest das Barometer, zeigt die Unsicherheit, die das System tatsächlich meldet, trennt Aufstieg von Abstieg, lässt Lifte draußen und schreibt den Tag laufend mit. Deine Höhe auf den Zentimeter wird die App dir nicht nennen. Nichts Ehrliches tut das.